Kinderkrippe

Krabbelcafe 

jeden 1. Montag im Monat in den Räumen der Kinderkrippe Issigau

 

 

 

 

Der Weg zu unserer Krippe

Der Bedarf an Krippenplätzen steigt. Gemeinde und Kirche möchten die alte Turnhalle neben der Kita ausbauen - für eine Gruppe von zwölf Kleinkindern.

Den Stein - die Einrichtung einer Kinderkrippe - hat der Elternbeirat der Kindertagesstätte "Christophorus" ins Rollen gebracht. Innerhalb kurzer Zeit nun hat dieser Vorschlag konkrete Formen und sogar schon einen realen Eröffnungstermin bekommen. Mit Beginn des Kindergartenjahres am 1. September 2012 soll auch die Kinderkrippe ihre Pforten für unter Dreijährige öffnen. Bis dahin ist zwar noch ein weiter Weg, aber die zuständigen Stellen haben sich durchwegs positiv für eine Krippe ausgesprochen: Es kann in die konkrete Planung gehen.

Doch der Reihe nach. Bürgermeister Dieter Gemeinhardt hatte seitens der Gemeinde die beteiligten Gruppen zu einem Treffen eingeladen. Er erinnerte an den gemeinsamen Ortstermin Anfang Mai an der Kindertagesstätte zur Erörterung, ob es überhaupt Sinn macht, die Kindertagesstätte in Richtung Kinderkrippe zu erweitern. Gemeinhardt erläuterte, dass in dieser Hinsicht mehrere Seiten gefordert seien: Kindergartenleitung, die evangelische Kirche als Träger, die politische Gemeinde als Zuständiger für Gebäude und bauliche Maßnahmen sowie das Kirchenamt und vom Landratsamt Hans Mönius als Kindergartenfachaufsicht und Beratung im Landkreis.

Allgemein zur Situation im Landkreis Hof teilte Hans Mönius mit, dass im Landkreis Hof 23 Kinderkrippen in den vergangenen fünf Jahren entstanden. Seiner Schätzung nach wird sich diese Zahl in den kommenden Jahren noch weiter erhöhen.

Er informierte die Beteiligten darüber, dass der Bedarf steigt und alle bereits bestehenden Kinderkrippen voll ausgelastet sind. Auf Issigau bezogen, erklärte Mönius den Anwesenden, dass es ist nicht möglich sei, die Kindergartengruppe in eine Krippengruppe umzuwandeln, weil dann die Kapazitäten für Schul- und Kindergartenkinder nicht ausreichen würden.

Er wusste von derzeit 30 Kindern im Alter zwischen null und drei Jahren im Gemeindebereich von Issigau. Bei 35 Prozent Angebot an Krippenplätzen würde sich eine Gruppenstärke von zwölf ergeben. "Mir scheint, dass zwölf Plätze zum jetzigen Zeitpunkt für die Gemeinde Issigau bedarfsgerecht sind." Wichtiger Punkt: "Wir müssen bauen, da es nicht möglich ist, diese Kinder im Kindergarten unterzubringen."

Die alte Turnhalle direkt an der Kindertagesstätte steht schon geraume Zeit leer und wird als Lagerraum von verschiedenen Vereinen genutzt. Mönius regte an, eine Verbindung zur Kindertagesstätte zu schaffen - durch den Abriss der alten Turnhalle und einen Neubau. Mönius informierte über die Möglichkeit einer Förderung beim Neubau einer Kinderkrippe.

Bei zwölf Plätzen käme mitunter eine Summe von 440 000 Euro an förderfähigen Kosten zusammen. Zu den Investitionskosten kommt eine Ausstattungspauschale für Einrichtungsgegenstände und Spielmaterial von 1250 Euro pro Platz. Abschließend wies Mönius darauf hin, dass Städte und Gemeinden verpflichtet sind, ein entsprechendes Angebot an Plätzen bis zum Jahr 2013 zu schaffen.

Der nächste Schritt in Richtung neue Krippe sei die Bedarfsanerkennung der zwölf Krippenplätze durch die Gemeinde, die wiederum vom Landratsamt bestätigt würde und die Voraussetzungen für die Förderung nach der Investitionskostenrichtlinie schaffe.

"Grundsätzlich stehen wir der Kinderkrippe positiv und aufgeschlossen gegenüber", kommentierte Pfarrer Klaus Wiesinger. Er verwies auf die Notwendigkeit der Vereinbarung über die Betriebsträgerschaft und das Betriebskostendefizit. "Diese Dinge müssen in Verhandlungen zwischen Kirchengemeinde und politischer Gemeinde geklärt werden."

Evelyne Steifer vom Kirchengemeindeamt Hof erläuterte, dass eine Bedarfsfeststellung der Kommune und eine Betriebsträgervereinbarung erforderlich seien. Bürgermeister Dieter Gemeinhardt teilte mit, dass der Gemeinderat über die Fraktionsgrenzen hinweg einhellig die Meinung vertrete, das Vorhaben schnell zu forcieren. Die Nachfrage nach Krippenplätzen ist auch nach den Worten von Kindergartenleiterin Angela Ney durchaus vorhanden.

 

Grundsteinlegung der Kinderkrippe Issigau am 1. August 2012

Die Arbeiten an dem 465 000 Euro teuren Projekt haben längst begonnen, doch am Mittwoch war noch einmal der Tag, ihm auch einen offiziellen Rahmen zu geben. Das Fundament steht, der Krippenneuanbau an die bestehende Kindertagesstätte „Christophorus“ wächst in die Höhe. Ein eingeschossiger Anbau mit Flachdach entsteht.

Den Startschuss gab Bürgermeister Dieter Gemeinhardt mit der Grundsteinlegung, in deren Rahmen er eine Zeitkapsel ins Mauerwerk des künftigen Krippengebäudes einbettete. Doch zuvor füllten die Mädchen und Buben der Kita gemeinsam mit ihren Erzieherinnen die Zeitkapsel. Hinein kam die Frankenpost des Tages der Grundsteinlegung also der 1. August, ein Flyer der Kita, eine kleine goldene Schachtel mit der aktuellen Währung von einem Cent bis zwei Euro und einem Vermerk was zur Zeit das ein oder andere kostet wie ein Pfund Brot 1,45 Euro oder eine Semmel 30 Cent und natürlich ein großes Blatt mit allen Unterschriften der Kinder, Bürgermeister Dieter Gemeinhardt, Pfarrer Herbert Klug, der Kita-Teammitglieder und Elternbeiratsmitglieder Heike Köhler und Sandra Hüttner.

Auch die Namen der ersten Krippenkinder und des Personals wurden verewigt. Die Zeitkapsel hatte die Firma Löhner Metallbau aus Naila gefertigt. Bürgermeister Dieter Gemeinhardt sieht in der Kinderkrippe einen wichtigen Schritt für die Zukunft, für den Fortbestand der Kindertagesstätte, die 54 Plätze für Regelkinder und eine Schulkinderbetreuung bietet. Als Bauherr gab Bürgermeister Dieter Gemeinhardt die symbolischen drei Hammerschläge, dass der Bau gelingen möge. Pfarrer Herbert Klug sprach das geistliche Wort: „Einen anderen Grund kann niemand legen, außer den der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus“ aus dem ersten Korinther 3,11. Architekt Michael Degel hob das Sektglas und sagte in die große Runde „Weiterhin einen guten Bauverlauf – Glück auf“. Die Kinder sangen als Abschluss der feierlichen Zeremonie „Gott, dein guter Segen ist wie ein großes Zelt“.

Eine Krippengruppe mit zwölf Plätzen (plus zwei) wird entstehen und somit die bestehende Kindertagesstätte für Mädchen und Jungen unter drei Jahren erweitern. Die neuen Räume werden mit der bestehenden Kita verbunden und haben dann auch einen direkten Zugang zum angrenzenden Garten mit Spielplatz. Zusätzlich wird auf zwei Seiten des Neubaus eine Spielterrasse angebaut, so dass die kleinen Zwerge auch einen eigenen Außenbereich erhalten. Ein Gruppen- und ein Schlafraum sowie Sanitärbereich, Garderobe und Arbeitsmittelraum und Stellplatz für Kinderwägen wird entstehen.

Das neue Krippenpersonal mit Erzieherin Christine Lorenz und Kinderpflegerin Carina Pfülb ist schon fleißig am Werkeln. Bei Treffen mit der Kita-Leitung Angela Ney und Gabi Bisky, Architekt Michael Degel, Bauherr Bürgermeister Dieter Gemeinhardt, als Träger Pfarrer Herbert Klug und Mitglieder des Elternbeirates werden Schritt für Schritt die Gestaltung und Einrichtung besprochen. Welche Fußbodenfarbe, ob ein Wickeltisch auf der Geraden Wandseite oder doch lieber über Eck, viele Fragen gilt es zu klären, verschiedene Meinungen auf einen Nenner zu bringen. Die Ansichten sind vielfältig und Vor- und Nachteile gibt es für alle Varianten, aber ein Kompromiss konnte bisher immer gefunden werden.

So werden Kataloge gewälzt, Bestellungen abgeschickt, der Tagesablauf erstellt, Elternabend für die neuen Eltern abgehalten, denn schließlich soll alles gut anlaufen, wenn die ersten Kinder kommen. Da macht es auch nichts, wenn die Krippengruppe vorübergehend in einem Provisorium untergebracht wird. Nur bis der Neubau fertig gestellt ist und dass wird genauso liebevoll ein- und hergerichtet wie später dann die neuen Räumlichkeiten. Möbel und Spielmaterial und selbstverständlich auch das Personal wird da wie dort gleich sein, nur die Räumlichkeit wird sich für die Kinder noch einmal ändern.

 

 

Richtfest Kinderkrippenanbau am 28. August 2012

Es ist noch Ferienzeit und so ist die Anzahl der kleinen Besucher auch überschaubar, aber ehrfurchtsvoll schauen die an einer Hand zu zählenden Mädchen und Buben in die Höhe. Über den Neubau schwebt am Kranhaken eine Krone und am Gerüst ist ein Birkenbaum befestigt. Und hoch oben auf dem Dach stehen der Maurer Swen Wagner, der Tischlermeister Markus Breier und Polier Jürgen Müller von der bauausführenden Firma Sprenger.

 

Auf sicherem Boden haben sich das Kita-Team, das Team der Krippengruppe Regine Lorenz und Carina Pfülb nebst Gemeinderatsmitgliedern, Bürgermeister Dieter Gemeinhardt, Firmenchef Ralf Sprenger, Architekt Michael Degel und Statiker Hans-Jürgen Degel mit gefüllten Sektgläsern in der Hand eingefunden und schauen gespannt nach oben. Tischlermeister der Firma Sprenger Markus Breier verliest den Richtspruch „mit Gunst und Verlaub“ und meint „das alte Haus war viel zu eng, das zeigt das große Kindergmeng.“ Er lobte den Planer, die Arbeitskollegen, den Meister und den Architekten. „Verehrter Bauherr und alle Bauleut´ ringsmumher durch deren emsiges Bemühen der Bau so trefflich ist gediehen, sie mögen leben hoch, hoch, hoch.“ Bevor das durch die Hochrufe mittlerweile geleerte Sektglas nach dem kräftigen Wurf auf dem Boden zerschellte beendete der Tischlermeister seinen Richtspruch „Und nun fahr hin, da Glas zum Grunde. Geweiht sei dieses Haus zur Stunde! Der Herrgott möge es bewahren vor Feuers- und vor Kriegsgefahren.“ Applaus brandete auf und Firmenchef Ralf Sprenger dankte für das entgegengebrachte Vertrauen und meinte, dass erfüllt wurden ist, was geschaffen werden sollt. „Nach dem Rohbau folgt nun der Ausbau.“

Und da liegt auch schon der Haken, war am Rande des Richtfestes zu vernehmen. Denn frühestens am 24. September kann die Montage der Fenster seitens einer Partnerfirma durch die Therma Fensterbau GmbH Bobengrün erfolgen und so lange müssen auch die Putzarbeiten im Inneren der Räume warten. Es stockt auf dem Bau in der Schulstraße. Bürgermeister Dieter Gemeinhardt hatte auch viele Dankesworte „im Gepäck“ angefangen beim Elternbeirat der Kindertagesstätte „Christophorus“ der das Projekt Kinderkrippe auf den Weg gebracht hat, dem Kita-Team, dass die Planung begleitete, dem Fachberater für Kindertageseinrichtungen am Landratsamt Johann Mönius für die stetige Begleitung, Beratung und dem Zuspruch zur Umsetzung der Pläne, natürlich Planer, Statiker und der Baufirma, die alle Wünsche und Anforderungen umsetzten und das Objekt zügig voranbrachten. Aber auch dem Gemeinderat mit der fraktionsübergreifenden Einigkeit für den Bau einer Kinderkrippen und der evangelischen Kirchengemeinde mit Kirchenvorstand für die Übernahme der Trägerschaft.

Im Anschluss lud Bürgermeister Dieter Gemeinhardt als Bauherr zu Speis und Trank ein. Durch den Neubau an die bestehende zweigruppige Kindertagesstätte „Christophorus“ werden 12 Krippenplätze entstehen. Für die Realisierung der neuen Kinderkrippe wurde die alte Schulturnhalle abgebrochen und der Neubau an gleicher Stelle errichtet. Kindergarten und Kinderkrippe werden sich auf einer Ebene befinden und über den Kindergarteneingang betreten. Der Bau erfolgte in Massivbauweise aus Ziegel und Stahlbetondecke, Dämmung und entsprechender Abdichtung. Die Außenwerde werden als zusätzliche Dämmung mit einer Holzverschalung versehen. Die Versorgung mit Wasser, Strom und Wärme erfolgt über das bestehende Haus. Alle Räume der Krippe mit Gruppenraum, Schlafraum, Sanitärbereich und großzügiger Garderobe erhalten eine Fußbodenheizung. Der Zugang zu den tieferliegenden Außenanlagen erfolgt später gemeinsam mit den Kindergartenkindern über eine großzügige Freitreppe. Im Bereich der Außenanlagen wird den Krippenkindern ein geschützter Bereich zur Verfügung gestellt und zudem erhält die Krippengruppe vor dem Gruppenraum eine große Spielterrasse. Weihnachten wird es wohl werden bis die neuen Räumlichkeiten bezugsfertig sind und keine weiteren Verzögerungen eintreten.

Doch pünktlich am 1. September wird die Krippengruppe mit Erzieherin Regine Lorenz und Kinderpflegerin Carina Pfülb wie geplant öffnen. Ein Raum im evangelischen Gemeindehaus wurde umfunktioniert, krippengerecht eingerichtet und gestaltet und dient bis zur offiziellen Einweihung als Provisorium.

 

Tischlermeister Markus Breier sprach den Richterspruch, gemünzt auf ein „Kinderhaus“

 

Mit Gunst und Verlaub

Das alte Haus war viel zu eng, das zeigt das große Kindergmeng´und ihr, ihr lieben Kinderlein, die bald jetzt zieh´n ins Haus hinein, um dort zu lernen, was euch frommt, dass ihr im Leben weiter kommt, horcht auf was euch sagen will, und bleibt so lange artig still.

So wie es der alte Brauch – ganz nebenbei: Spaß macht´s mir auch – halt ich euch eine Predig jetzt und weih´ das Haus zu guter Letzt nach manchem Hieb und manchem Schlag und manchem kalten Arbeitstag, trotz Nebel, Sturm und kaltem Regen haben wir das Werk nicht aufgegeben.

Glück mög die Bauherrn wohl begleiten, schützen vor Unfall, Not und Leiden, vor Brand und Sturm zu aller Zeit, vor Ärger, Krankheit und vor Streit. Sie mögen sich heut redlich freu´n und nachher mit uns lustig sein.

Den Planern gilt ein Lob sodann, die zu dem Bau gemacht den Plan. Sie ham´ mit Kunst und mit Bedacht ein schönes Werk Zustand gebracht.

So sei das Handwerk auch genannt, das hier mit Fleiß und mit Verstand, mit Umsicht in so vielen Dingen, sein Bestes gab zu dem Gelingen.

Dann danke ich, so wie es Brauch, den lieben Kameraden auch, für den Schweiß, den wir hier ließen, möge nachher reichlich fließen jenes kühle, edle Nass, frisch gestochen aus dem Fass.

Den Meister und dem Architekt ganz sicher auch das Essen schmeckt. Drum wollen wir die Weihe schließen und alles dann beim Schmaus begießen.

Verehrter Bauherr und alle Bauleut´ ringsumher durch deren emsiges Bemühen der Bau so trefflich ist gediehen, sie mögen leben

„Hoch, hoch, hoch“

Und nun fahr hin, du Glas zum Grunde! Geweiht sei dieses Haus zur Stunde. Der Herrgott möge es bewahren vor Feuers- und vor Kriegsgefahren.